Portrait: Röstwerk – die feine Bohne aus Hörde

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Der Geschmack des Kaffees: Röstung, Aufguss …

Zuhause bei Susanne Bräuning wird der Kaffee auch schon mal mit dem Handfilter aufgesetzt, so wie es in den 1970er Jahren die Großmutter und heutzutage die third wave of coffee (dritte Welle der Kaffee-Bewegung) in den angesagten Kaffeebars New Yorks zwischen Greenwich Village und Tribeca es wieder entdeckt hat. Tradition oder Trend? Für Susanne Bräuning zählt der Geschmack. Neben dem Handfilter kommt dieser auch bei der French Press Methode oder bei gastronomietauglichen Kaffeemaschinen mit Schwebfiltereinsatz zur vollen Entfaltung.

Aber über den Geschmack wird nicht erst beim ersten Kontakt mit dem Aufbrühwasser entschieden. Der steckt schon in der Bohne (genauer Kirsche) und vor allem im Prozess der Röstung. Geröstet wird im Röstwerk in Hörde, wie der Name schon sagt, selbst. In Mengen von etwa 5 Kilogramm und in schonendem Tempo. Eben die Geschwindigkeit der Röstung ist für die volle Entfaltung des Kaffeearomas entscheidend. Das Geheimnis des Geschmacks liegt dabei im Kern der Bohne. Diesen Kern erreicht der Prozess der industriellen Röstung nicht. Dort wird die Bohne bei hohen Temperaturen in wenigen Minuten „gebraten“. Susanne Bräuning nimmt sich Zeit, in etwa 15 Minuten wird bei niedrigeren Temperaturen die ganze Bohne geröstet, auch ihr Kern. Auf diese Weise behält die Bohne mehr Wasser, der Säuregehalt des Kaffees ist niedriger, somit verträglicher.

Bei Susanne Bräuning kommen frische Bohnen in die Tüte

Bei Susanne Bräuning kommen frische Bohnen in die Tüte
Copyright: Röstwerk

… und geschmackliche Feinheiten

Und nun die Feinheiten: Denn auch die Herkunft spielt für das vollendete Geschmackserlebnis eine Rolle. Eine nussige Note, ein Hauch von Karamell oder das volle Kaffeearoma? Wie für guten Wein das „Terroir“ ist auch für den Kaffeegeschmack die Anbauregion entscheidend. Das Klima, die Bodenbeschaffenheit und vor allem die Höhenlage entscheiden über die feinen Nuancen. Susanne Bräuning bietet Kaffee aus 13 verschiedenen Anbauregionen. Von Mexiko über Brasilien bis Kenia, Äthiopien, Indonesien und Papua Neuguinea. Zudem hat sie mit der Hörder Mischung, eine nach dem Standort benannte Mischung aus vier Arabica Sorten, dem Röstwerk Espresso und dem Gourmetkaffee drei eigene Kreationen im Angebot.

Kaffeernte Copyright: Deutscher Kaffeeverband

Kaffeeernte
Copyright: Deutscher Kaffeeverband

Mehr als nur Kaffee

Seit einem Cafébesuch im Sauerland im Jahr 2008 wusste Susanne Bräuning, dass sie ein eigenes Café betreiben möchte, in dem sie diese besondere Qualität anbieten kann. Das gelang der gelernten Heilpädagogin mit dem Röstwerk im Jahr 2013.

Frische Röstung

Frische Röstung
Copyright: Röstwerk

Doch das Röstwerk ist mehr, als nur Bohnen in Eigenröstung: es gibt die frische Tasse Kaffee (zubereitet mit einer Kaffeemaschine mit Schwebfilterverfahren), selbst gebackenen Kuchen, sogar vegane Plätzchen, zum Frühstück Käse vom Biohof und auch besonders ausgewählte Geschenke rund um den Kaffee. Vor allem aber: gute Beratung und Zeit für Gäste und Kunden.

Und wenn sich in der Hörder Rathausstraße demnächst mal verführerischer Duft verbreitet, kann es sein, dass Susanne Bräuning im Röstwerk an der nächsten eigenen Kaffeekreation experimentiert.

Das Röstwerk – Rösterei und Café – finden Sie in der Hörder Rathausstraße 8. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr. Mehr Info finden Sie auf der Internetseite des Röstwerk sowie des Deutschen Kaffeeverbandes.

 

 

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